U18 - Intermezzo Romande am Vorabend der Playoffs

Kurz vor den Playoffs bestritten die Skorpione gegen den SHC Martigny und den SHC La Chaux-de-Fonds ein Doppelwochenende der etwas anderen Art.

Liebe Leserin, lieber Leser, Du hast Dich vielleicht schon gefragt, wo dieser Bericht bleibt.
Nein, der Autor war nicht damit beschäftig alle Tore der Belper vom vergangenen
Wochenende zu beschreiben. Denn dann hätte der Bericht ein episches Ausmass
angenommen. Deshalb beginnt er auch nicht (frei nach der Aeneis) mit «Ich besinge die Tore
und das Team». Ja der Autor hat nicht einmal gezählt, wer wie viele Treffer erzielt hat, denn
zum einen würde das eine sehr lange Liste und zum andern wurden lange nicht alle
Torschützen richtig erfasst.

Aber von vorne: Am vergangenen Wochenende standen Spiele gegen die U18 Mannschaften
des SHC Martigny und des SHC La Chaux-de-Fonds auf dem Programm. Ein Blick auf die
Tabelle zeigt, dass es sich um Teams handelt, die in der Aufbauphase sind. Siege sind für die
beiden Vertreter der Romandie eine Seltenheit. Die Neuenburger liegen punktelos am
Tabellenende, die Walliser mit sechs Punkten auf dem zweitletzten Platz. La Chaux-de-Fonds
erzielt im Durchschnitt einen Treffer pro Spiel und erhält deren 20, Martigny erzielt zwei
Treffer und erhält deren 15. So viel zu Ausgangslage. Damit war auch klar, alles andere als
zwei klare Siege der Gürbetaler wäre eine grosse Überraschung.
Nun, wie bestreitet ein Team ein Spiel gegen einen so krass unterlegenen Gegner? Die U15
schicken oder den Gegner mit Vollgas an die Wand fahren? Weder das eine noch das andere
ist zielführend. Ziel muss dabei sein irgendeinen Mittelweg zu finden, der beiden Teams
gerecht wird, ohne dass er demütigend, arrogant oder peinlich wirkt. Die stärkere
Mannschaft soll durchaus zeigen dürfen, was sie kann, aber ohne die schwächere zu
demütigen und die Motivation der jungen Spielerinnen und Spieler für den
Streethockeysport zu zerstören. Die Lösung der Skorpione war, mit allen zur Verfügung
stehenden Spielern anzutreten und den Körpereinsatz zu minimieren. Im Vorfeld wurde kurz
diskutiert, ob die Belper nach der Krone des Top-Skorers greifen sollten, das wurde aber
verworfen.

Am Samstag reisten die Berner ins Unterwallis. Bei frühlingshaften Bedingungen, die
Aprikosen standen bereits in Vollblust, konnten die Belper erstmals auf dem
gesamtüberholten Platz des SHC Martigny spielen. Die Anlage ist sehr schön geworden. Die
Gäste traten mit neun Feldspielern und einem Torhüter an. Auch wenn die Konzentration
nicht sonderlich hoch war, kontrollierten die Berner von allem Anfang an das Spielgeschehen.
Sie gingen bereits in der ersten Spielminute durch einen Treffer von Levy Greven in Führung.
In regelmässigen Abständen erhöhten die Berner ihren Vorsprung. Am Ende des
Startabschnitts hiess es 6:0, nach dem Mitteldrittel 13:0 und bei Spielschluss 20:0. Luca
Schmid im Tor der Berner war nicht sonderlich stark beschäftigt, musste aber doch die eine
oder andere gefährliche Torchance der Platzherren zu Nichte machen, da auch die Belper
Hintermannschaft nicht immer mit letzter Konsequenz ans Werk ging. Der Shoutout war
somit sicher verdient. Die Gürbetaler holten eine kleine Strafe, die sie für zwei Shorthander
nutzen. Alle Stürmerinnen und Stürmer erzielten mindestens einen Treffer, die Verteidigung
ging leer aus.

Am Sonntagnachmittag gastierten der SHC La Chaux-de-Fonds in Belp. Wie schon am Vortag
herrschten optimale Streethockey-Bedingungen. Die Gürbetaler gingen in dieser Partie, die
mit vier gegen vier Feldspielern und ohne Offside ausgetragen wurde, mit elf Feldspielern
und einem Torhüter ans Werk. Besonders konzentriert starteten die Belper nicht. Sie gingen
standesgemäss in der zweiten Minute durch einen Treffer von Ruben Rüegsegger in Führung.
Danach agierte das ganze Team, insbesondere aber die Defensivabteilung, etwas gar passiv.
Dies ermöglichte den Gästen in der dritten Spielminute den so nicht erwarteten Ausgleich
durch Charles Sunier. Beflügelt durch diesen Treffer stemmten sich die Gäste in den
folgenden Minuten gegen die Angriffswellen der Gürbetaler. Diese gingen nun etwas
konzentrierter ans Werk. In der 7. Spielminute konnten die Platzherren den ausgezeichneten
Livio Doney im Tor der Jurassier zum zweiten Mal bezwingen. Danach brachen die Dämme
und die Skorpione erzielten Tor um Tor. Nach dem Startdrittel stand es 11:1, nach dem
Mitteldrittel 25:2 und am Ende 36:2. Hervorzuheben gilt es sicher den zweiten Treffer der
Gäste, den Jolan Tschanz in der 27. Spielminute erzielen konnte. Besonders sehenswert war
auch der neunte Treffer der Gürbetaler, bei dem Levi Steck den Ball mit einem ansatzlosen
Backhandschuss in der weiteren oberen Torecke versenkte. In der 22. Spielminute erzielten
die Platzherren drei Treffer in Unterzahl innerhalb von 14 Sekunden. Im Gegensatz zum Spiel
in Martigny gelang allen Skorpionen, mit der Ausnahme von Torhüter Luan Freiburghaus, in
dieser Partie mindestens ein Treffer. Auf der Seite des Gegners ist sicher die Leistung von
Torhüter Livio Doney positiv hervorzuheben. Er sah sich mit unzähligen Angriffen der
Gürbetaler konfrontiert, war sichtlich erschöpft, kämpfte aber verbissen bis zum Schluss
gegen jeden Abschlussversuch der Belper.

Zwei Spiele, 56 Tore geschossen, zwei Tore erhalten. Das ist die Bilanz dieses doch recht
speziellen Wochenendes. Dies gilt es nun so rasch wie möglich zu vergessen. Denn am
übernächsten Wochenende beginnen die Playoff. Der Gegner wird entweder Grenchen oder
Oberwil heissen und das sind zwei ganz andere Kaliber. Davor bestreiten die Gürbetaler,
quasi als Playoff Hauptprobe, am kommenden Sonntag um 14:00 Uhr in Horgen die letzte
Partie der Qualifikation. In diesem Spiel gilt es, wieder voll konzentriert an die Arbeit zu
gehen, das Tempo hochzuhalten und den Ball schnell laufen zu lassen um wieder an die
Spielweise anzuknüpfen, die für erfolgreiche Playoff-Spiele notwendig ist.
Christoph Curchod, 12.03.2026

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