U18 – Reifeprüfung bestanden
Aus zwei schwierigen Partien resultieren am Ende zwei Niederlagen, ein 0:3 gegen die Bulldozer und ein 3:9 gegen Grenchen. Der Auftritt der Skorpione zeigte jedoch, dass die Gürbetaler in den letzten Wochen deutliche Fortschritte gemacht haben.
Anlässlich der Partien gegen die Horgenberg Hammers und den SHC La Chaux-de-Fonds
verzichtete der Schreiber darauf, in die Tasten zu hauen. Gegen die Zürcher waren die
Belper ferienbedingt stark limitiert, die 2:11 Heimniederlage am 4. Oktober sagt deshalb
wenig über die Stärken der beiden Teams aus. Das Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds
eine Woche später war ebenfalls eine sehr einseitige Angelegenheit. Dieses Mal jedoch für
die Belper, die 18:3 siegten. Bemerkenswert war, dass nicht weniger als zwölf Belper
Spielerinnen und Spieler mindesten einen Treffer zu diesem Sieg beisteuerten. Sechs davon
feierten ihren ersten Treffer in den Reihen der U18: Marco Grossenbacher, Joshua Jordi,
Lino Weiss, Luan Freiburghaus – als Feldspieler eingesetzt –, Simon Tschanen und Yannick
Gilgen.
Nachdem die Trainings in den Herbstferien grösstenteils ausfielen, weil ein grosser Teil des
Teams abwesend war, lag der Fokus in den knapp drei Wochen zwischen dem Spiel gegen
die Jurassier und dem Spiel gegen die Bulldozer in den Trainings auf der (Reaktions-
)Geschwindigkeit und auf den Specialteams.
Die beiden Spiele vom vergangenen Wochenende gegen die Rieder und die Wale waren
nicht nur spielerisch herausfordernd, sondern auch zeitlich und personell. Das Heimspiel am
30. Oktober war auf 20:00 Uhr angesetzt, das Auswärtsspiel am 31. Oktober auf 10:30.
Zudem standen in Grenchen die U15 Spieler, mit der Ausnahme von Levi Steck, nicht zur
Verfügung, da am 1. November das erste U15 Meisterschaftsturnier über die Bühne ging, wo
übrigens beide Begegnungen gewonnen werden konnten. Es wäre nun naheliegend
gewesen, beide Partien möglichste defensiv und kräfteschonend zu gestalten. Aber mit Blick
auf die Weiterentwicklung des Teams ist ein defensives Einigeln bei weitem nicht die beste
Lösung. Wir müssen unsere Fähigkeiten im Spielaufbau und im Offensivbereich verbessern
und vor allem sich ständig wechselndes Spielsituation früh erkennen und adäquat darauf
reagier können. Also war die taktische Marschrichtung eine andere. Die Bulldozer, immerhin
der amtierende Schweizermeister, sollten mit einem konsequenten Pressing überrascht
werden. Gegen die Solothurner sollte ein Riegel an der offensiven blauen Linie den Gegner
in Verlegenheit bringen.
Zum Freitagsspiel gegen den Titelverteidiger liefen die Belper beinahe mit dem kompletten
Kader auf. Einzig Moritz Schär konnte aufgrund eines Anlasses seines Arbeitgebers nicht
teilnehmen. Die Skorpione setzten die taktischen Vorgaben ab der ersten Sekunde
konsequent um. Die Rieder wurden tief in ihrer Zone gestört. Selbst die Verteidiger der
Gürbetaler setzen die gegnerischen Flügel, wenn nötig schon in deren Defensivzone, unter
Druck. Die Gäste waren von dieser Herangehensweise sichtlich überrascht. Es entwickelte
sich ein sehr schnelles Spiel, wobei die rasch vorgetragen Angriffe beider Teams meist
abgefangen werden konnte. Die Rieder erarbeiteten sich ein Chancenplus. Aber auch das
Platzteam kam wiederholt gefährlich vor das Tor der Titelverteidiger. Die beiden
Offensivabteilungen liessen im Abschluss oft die letzte Präzision vermissen. Die beiden
Schlussmänner, Lucien Weber und insbesondere Luan Freibughaus trugen das ihre dazu
bei, dass die Partie im Startabschnitt torlos blieb. Das erste Drittel, indem es kaum
Unterbrüche gab, war nach weniger als 20 Minuten beendet.
Im Mittelabschnitt änderten die Gäste ihre Taktik, die beiden Flügel positionierten sich bei
Ballbesitz der Rieder an der offensiven blauen Linie, der Center positionierte sich
unterschiedlich, meist ebenfalls offensiv ausgerichtet. Ziel dieser Taktik war es wohl, die
Skorpione dazu zu bringen, sich an die Mittellinie zurückzuziehen. Nun, die taktische
Marschrichtung der Gäste ging nicht auf. Die Gürbetaler hielten ihr Pressing konsequent bei.
Zwei Stürmer setzen die beiden Aufbauspieler der Gäste unter Druck. Die drei übrigen
Belper deckten ihre jeweiligen Gegenspieler. Es kam zu teilweise bemerkenswerten Szenen.
Vier Spielerinnen und Spieler befanden sich tief in der Zone der Rieder, die anderen sechs
Spieler zwischen der Mittellinie und der blauen Linie der Gürbetaler. Die Gäste versuchten
nun, mit weiten Pässen ihre Vorderleute einzusetzen. Dies funktionierte nur selten wie
gewünscht, mindestens so oft konnte ein Skorpion den Pass abfangen und einen
Gegenangriff einleiten. Meistens aber blieb der Ball irgendwie zwischen Mittelline und der
blauen Linie der Belper hängen, so dass es den Riedern selten gelangt, wie gewünscht mit
Tempo in die Belper Zone einzudringen. Gegen die Mitte des zweiten Abschnitts liessen die
Kräfte des Heimteams langsam nach. Die Bulldozer monopolisierten das Spiel meist in der
Zone der Gürbetaler. Der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit. Doch er fiel nicht.
Zu umständlich agierten die Gäste im Abschluss. Und falls der Ball doch einmal auf Tor kam,
hielt Freiburghaus souverän.
Gegen Drittelsende erkämpften sich die Belper wieder mehr Spielanteile. Ein Belper
Führungstreffer, der während einiger Minute in weiter Ferne lag, schien plötzlich wieder
möglich. Ausgerechnet in der Phase gelang den Riedern doch noch ein Treffer. Nils Uhlmann
bezwang Freiburghaus nach 28:52 zum 0:1. Sekunden vor Schluss vergaben die Gürbetaler
eine ausgezeichnete Gelegenheit das Spiel auszugleichen.
Die Führung der Gäste nach dem Mittelabschnitt entsprach dem Spielverlauf, aber die
aufopfernd kämpfenden Belperinnen und Belper hätte es verdient, wenn sie stattdessen in
Führung gelegen hätten. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts macht sich die alte Verletzung
von Joshua Jordi wieder bemerkbar. Er konnte nicht mehr weiterspielen.
Die Partie war weiterhin völlig offen. Das Spiel wurde auch im Schlussabschnitt mit einer
hohen Intensität geführt. Trotzdem blieb die Begegnung ausserordentlich fair. Es wurde eine
einzige Strafe ausgesprochen, gegen die Rieder für einen unkorrekten Spielerwechsel.
Die Gäste erwischten den besseren Start in die dritten 15 Minuten. Nach 33:10 erhöhte
Dominik Jaussi auf Zuspiel von Jan Karrer zum 2:0. Entschieden war das Spiel damit aber
noch nicht. In der 39. Spielminute wurde die oben erwähnte Strafe verhängt. Nun hätten die
Belper umschalten sollen, vom schnellen Spiel zu einem überlegten präzisen Powerplay.
Doch das gelang ihnen nicht. Es kam zu mehreren unnötigen Ballverlusten im überhasteten
Spielaufbau. Einer dieser Ballverluste erlaubte es Dominik Jaussi nach 39:30 allein auf
Freiburgaus zu ziehen und ihn zum vorentscheidenden 3:0 zu bezwingen. Die Skorpione
gaben nicht auf und kämpften bis zum Schluss weiter. Zumindest ein Ehrentreffer sollte doch
noch drin liegen. Der aufgrund des grossen Einsatzes hochverdiente Treffer gelang nicht.
Die Bulldozer gewannen die Partie sicher verdient. Sie mussten aber dafür wesentlich mehr
leisten als sie vor dem Spiel erwartet hatten. Eine Frage muss leider im Raum stehen
bleiben: Wie wäre die Partie verlaufen, hätten die Belper den ersten Treffer erzielt? Wie auch
immer, das Team hat eine ausgezeichnete Partie geleistet. Die taktische Marschrichtung
wurde über die ganzen 45 Minuten eingehalten. Den gegnerischen Flügeln wurden schon im
Aufbau kein Raum gewährt. Keiner liess sich auf die Position eines «Libero» zurückfallen.
Jeder verliess sich darauf, dass seine Mitspieler ihre Aufgabe erfüllten und konzentrierte sich
auf seine eigenen Aufgaben. Das ist gut so, denn eine Teamtaktik kann nur dann ihre volle
Wirkung erzielen, wenn alle Spielerinnen und Spieler ihre Rolle erfüllen. Bei einem offensiv
ausgerichteten System ist dies besonders wichtig, da ein solches System anfällig auf
schnelle Gegenstösse ist.
Die Spielerinnen und Spieler hatten alles gegeben, sie waren – abgesehen von der
Torproduktion – nach Spielschluss zurecht stolz auf ihre Leistung. Und sie waren auch
ziemlich erschöpft. Die grosse Frage war, wie schnell würden sie sich erholen können. Denn
am Samstagmorgen um 08:30 stand bereits die Abfahrt nach Grenchen auf dem Programm.
In Grenchen fehlten wie eingangs festgehalten alle U15 Spieler mit der Ausname von Levi
Steck. Auch Moritz Schär und Ruben Rüegsegger waren nicht mit von der Partie. Den
Skorpionen standen neun Feldspielerinnen und Feldspieler sowie zwei Torhüter zur
Verfügung. Davon gingen sie zumindest aus. Beim Einspielen meldete sich eine muskuläre
Verletzung von Luan Freiburghaus zurück, die er sich im Dienstagstraining zugezogen hatte.
Im Spiel vom Vorabend hatte er sie kaum gespürt. Aber die anstrengende Partie hatte ihre
Spuren hinterlassen. Auf dem Grenchner Asphalt ist es für einen Torhüter kaum möglich zu
gleiten. Während des Warmschiessens verstärkten sich die Schmerzen und Freibughaus
musste forfait geben. Für ihn stand ab Beginn Leandro Krebs im Tor.
Die Gäste bekundeten von Anfang an Mühe mit der in die Jahre gekommenen
Oberflächenversiegelung. Ihre Abschlussversuche landeten meist neben dem Tor von Cyrill
Affolter. Auch die Grenchnerinnen und Grenchner hatten in den Startminuten ihre liebe Mühe
mit dem Spielfeld. Allen Skorpionen, den einen mehr, den anderen weniger, war
anzumerken, dass sie sich von der Partie vom Vorabend noch nicht gänzlich erholt hatten.
Die taktische Marschrichtung wurde nicht wirklich umgesetzt, die Belperinnen und Belper
spielten ähnlich wie gegen die Rieder. Das wäre an sich nicht schlimm gewesen, da die Wale
ihre Schwierigkeiten damit hatten. Nur fehlte bei den Gästen die nötige Kraft und damit die
nötige Konsequenz. Dann kamen jene schicksalshaften 60 Sekunden, die das Spiel
vorentschieden. Nach 8:23 traf Janis Gaschen zum 1:0 für das Heimteam. Nach 8:51
erhöhte Sven Lanz auf 2:0 und nach 9:23 erneut Gaschen auf 3:0. Die Gäste drohten nun
vollkommen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Doch es gelang ihnen in den folgenden
Minuten, die Partie wieder einigermassen zu stabilisieren. Allerdings mussten sie in der 13.
Spielminute noch das 4:0 durch Elias Kunz hinnehmen.
Zu Beginn des Mittelabschnitts suchten die Gürbetaler den ersten Treffer. Sie erarbeiteten
sich zwar Chancen, doch der Ball flog meist weit am Tor vorbei. Gleichzeitig machte sich
auch das Spiel vom Vortag immer stärker bemerkbar. Die Beine einiger Skorpione wurden
müde, die Aktionen unpräziser. Auch die Platzherren vermasselten zahlreiche Chancen,
waren aber schliesslich doch erfolgreich. In der 22. Minute bezwang Aron Mäusli Leandro
Krebs, der Luan Freiburghaus gut vertrat, zum 5:0. In der 28. Spielminute traf Gaschen dann
zum 6:0. Zu Drittelsende dann doch noch ein Lichtblick für die Gürbetaler. Joey Kreienbühl
erzielte im Powerplay auf Zuspiele von Lino Weiss und Levi Steck das 6:1. Mit diesem
Resultat ging es in die zweite Drittelspause. Realistisch betrachtet, war die Partie für die
Skorpione gelaufen. Die Kraft, die es gebraucht hätte, um das Spiel noch zu drehen, war
nicht mehr vorhanden. Aber hey, es ist Streethockey und Wunder geschehen zwar nicht
täglich, aber doch ab und an.
Das Mirakel von Grenchen fand nicht statt. Den Gästen bot sich zu Beginn des
Schlussabschnitts gleich zweimal die Gelegenheit in Überzahl heranzukommen. Doch die
beiden dringend nötige Treffer fielen nicht. In der 35. Spielminute konnten die Platzherren
dann in Überzahl agieren. Sie machten es besser. Nach 35:21 traf Gaschen zum 7:1. Aber
gänzlich geschlagen gaben sich die Gürbetaler noch nicht. In der 37. Spielminute reduzierte
Micha Steck mittels Bubentrickli auf 7:2 und in der 39. Spielminute traf Levi Steck aus dem
berühmten «Nullgradwinkel» zum 7:3. Aber dieses letzte Strohfeuer erlosch, als Livio Grünig
elf Sekunden später zum 8:3 einschoss. 39:53 fiel der neunte Treffer für die Solothurner. Den
zehnten Treffer und somit eine zweistellige Niederlage wussten die Skorpione, trotz einer
weiteren kleinen Strafe, zu vermeiden. Krebs und seine Vorderleute liessen kein weiteres Tor
mehr zu.
Die drei schnellen Tore im Startabschnitt haben die Begegnung entschieden. Ab dann
rannten die Bernerinnen und Berner immer einem Rückstand nach, etwas, was schon unter
normalen Umständen eine Herausforderung ist. Mit einem temporeichen Spiel vom
Vorabend in den Beinen ist es noch wesentlich schwieriger. Trotzdem, die Skorpione haben
bis zum Schluss gekämpft, niemand gab auf, alle haben bis zum Ende durchgehalten.
Auch wenn an diesem Doppelwochenende keine Punkte resultierten, so haben die
Belperinnen und Belper doch gezeigt, was in ihnen steckt. Sie haben seit Saisonbeginn
enorme Fortschritte gemacht. Nun gilt es in den kommenden Wochen konzentriert
weiterzuarbeiten und individualtaktisch einen Schritt vorwärtszugehen. Am 14. November wartet ein weiterer Test auf die Skorpione, das Auswärtsspiel in Zug gegen die Oberwil Rebells.
verzichtete der Schreiber darauf, in die Tasten zu hauen. Gegen die Zürcher waren die
Belper ferienbedingt stark limitiert, die 2:11 Heimniederlage am 4. Oktober sagt deshalb
wenig über die Stärken der beiden Teams aus. Das Heimspiel gegen La Chaux-de-Fonds
eine Woche später war ebenfalls eine sehr einseitige Angelegenheit. Dieses Mal jedoch für
die Belper, die 18:3 siegten. Bemerkenswert war, dass nicht weniger als zwölf Belper
Spielerinnen und Spieler mindesten einen Treffer zu diesem Sieg beisteuerten. Sechs davon
feierten ihren ersten Treffer in den Reihen der U18: Marco Grossenbacher, Joshua Jordi,
Lino Weiss, Luan Freiburghaus – als Feldspieler eingesetzt –, Simon Tschanen und Yannick
Gilgen.
Nachdem die Trainings in den Herbstferien grösstenteils ausfielen, weil ein grosser Teil des
Teams abwesend war, lag der Fokus in den knapp drei Wochen zwischen dem Spiel gegen
die Jurassier und dem Spiel gegen die Bulldozer in den Trainings auf der (Reaktions-
)Geschwindigkeit und auf den Specialteams.
Die beiden Spiele vom vergangenen Wochenende gegen die Rieder und die Wale waren
nicht nur spielerisch herausfordernd, sondern auch zeitlich und personell. Das Heimspiel am
30. Oktober war auf 20:00 Uhr angesetzt, das Auswärtsspiel am 31. Oktober auf 10:30.
Zudem standen in Grenchen die U15 Spieler, mit der Ausnahme von Levi Steck, nicht zur
Verfügung, da am 1. November das erste U15 Meisterschaftsturnier über die Bühne ging, wo
übrigens beide Begegnungen gewonnen werden konnten. Es wäre nun naheliegend
gewesen, beide Partien möglichste defensiv und kräfteschonend zu gestalten. Aber mit Blick
auf die Weiterentwicklung des Teams ist ein defensives Einigeln bei weitem nicht die beste
Lösung. Wir müssen unsere Fähigkeiten im Spielaufbau und im Offensivbereich verbessern
und vor allem sich ständig wechselndes Spielsituation früh erkennen und adäquat darauf
reagier können. Also war die taktische Marschrichtung eine andere. Die Bulldozer, immerhin
der amtierende Schweizermeister, sollten mit einem konsequenten Pressing überrascht
werden. Gegen die Solothurner sollte ein Riegel an der offensiven blauen Linie den Gegner
in Verlegenheit bringen.
Zum Freitagsspiel gegen den Titelverteidiger liefen die Belper beinahe mit dem kompletten
Kader auf. Einzig Moritz Schär konnte aufgrund eines Anlasses seines Arbeitgebers nicht
teilnehmen. Die Skorpione setzten die taktischen Vorgaben ab der ersten Sekunde
konsequent um. Die Rieder wurden tief in ihrer Zone gestört. Selbst die Verteidiger der
Gürbetaler setzen die gegnerischen Flügel, wenn nötig schon in deren Defensivzone, unter
Druck. Die Gäste waren von dieser Herangehensweise sichtlich überrascht. Es entwickelte
sich ein sehr schnelles Spiel, wobei die rasch vorgetragen Angriffe beider Teams meist
abgefangen werden konnte. Die Rieder erarbeiteten sich ein Chancenplus. Aber auch das
Platzteam kam wiederholt gefährlich vor das Tor der Titelverteidiger. Die beiden
Offensivabteilungen liessen im Abschluss oft die letzte Präzision vermissen. Die beiden
Schlussmänner, Lucien Weber und insbesondere Luan Freibughaus trugen das ihre dazu
bei, dass die Partie im Startabschnitt torlos blieb. Das erste Drittel, indem es kaum
Unterbrüche gab, war nach weniger als 20 Minuten beendet.
Im Mittelabschnitt änderten die Gäste ihre Taktik, die beiden Flügel positionierten sich bei
Ballbesitz der Rieder an der offensiven blauen Linie, der Center positionierte sich
unterschiedlich, meist ebenfalls offensiv ausgerichtet. Ziel dieser Taktik war es wohl, die
Skorpione dazu zu bringen, sich an die Mittellinie zurückzuziehen. Nun, die taktische
Marschrichtung der Gäste ging nicht auf. Die Gürbetaler hielten ihr Pressing konsequent bei.
Zwei Stürmer setzen die beiden Aufbauspieler der Gäste unter Druck. Die drei übrigen
Belper deckten ihre jeweiligen Gegenspieler. Es kam zu teilweise bemerkenswerten Szenen.
Vier Spielerinnen und Spieler befanden sich tief in der Zone der Rieder, die anderen sechs
Spieler zwischen der Mittellinie und der blauen Linie der Gürbetaler. Die Gäste versuchten
nun, mit weiten Pässen ihre Vorderleute einzusetzen. Dies funktionierte nur selten wie
gewünscht, mindestens so oft konnte ein Skorpion den Pass abfangen und einen
Gegenangriff einleiten. Meistens aber blieb der Ball irgendwie zwischen Mittelline und der
blauen Linie der Belper hängen, so dass es den Riedern selten gelangt, wie gewünscht mit
Tempo in die Belper Zone einzudringen. Gegen die Mitte des zweiten Abschnitts liessen die
Kräfte des Heimteams langsam nach. Die Bulldozer monopolisierten das Spiel meist in der
Zone der Gürbetaler. Der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit. Doch er fiel nicht.
Zu umständlich agierten die Gäste im Abschluss. Und falls der Ball doch einmal auf Tor kam,
hielt Freiburghaus souverän.
Gegen Drittelsende erkämpften sich die Belper wieder mehr Spielanteile. Ein Belper
Führungstreffer, der während einiger Minute in weiter Ferne lag, schien plötzlich wieder
möglich. Ausgerechnet in der Phase gelang den Riedern doch noch ein Treffer. Nils Uhlmann
bezwang Freiburghaus nach 28:52 zum 0:1. Sekunden vor Schluss vergaben die Gürbetaler
eine ausgezeichnete Gelegenheit das Spiel auszugleichen.
Die Führung der Gäste nach dem Mittelabschnitt entsprach dem Spielverlauf, aber die
aufopfernd kämpfenden Belperinnen und Belper hätte es verdient, wenn sie stattdessen in
Führung gelegen hätten. Kurz vor Ende des Mittelabschnitts macht sich die alte Verletzung
von Joshua Jordi wieder bemerkbar. Er konnte nicht mehr weiterspielen.
Die Partie war weiterhin völlig offen. Das Spiel wurde auch im Schlussabschnitt mit einer
hohen Intensität geführt. Trotzdem blieb die Begegnung ausserordentlich fair. Es wurde eine
einzige Strafe ausgesprochen, gegen die Rieder für einen unkorrekten Spielerwechsel.
Die Gäste erwischten den besseren Start in die dritten 15 Minuten. Nach 33:10 erhöhte
Dominik Jaussi auf Zuspiel von Jan Karrer zum 2:0. Entschieden war das Spiel damit aber
noch nicht. In der 39. Spielminute wurde die oben erwähnte Strafe verhängt. Nun hätten die
Belper umschalten sollen, vom schnellen Spiel zu einem überlegten präzisen Powerplay.
Doch das gelang ihnen nicht. Es kam zu mehreren unnötigen Ballverlusten im überhasteten
Spielaufbau. Einer dieser Ballverluste erlaubte es Dominik Jaussi nach 39:30 allein auf
Freiburgaus zu ziehen und ihn zum vorentscheidenden 3:0 zu bezwingen. Die Skorpione
gaben nicht auf und kämpften bis zum Schluss weiter. Zumindest ein Ehrentreffer sollte doch
noch drin liegen. Der aufgrund des grossen Einsatzes hochverdiente Treffer gelang nicht.
Die Bulldozer gewannen die Partie sicher verdient. Sie mussten aber dafür wesentlich mehr
leisten als sie vor dem Spiel erwartet hatten. Eine Frage muss leider im Raum stehen
bleiben: Wie wäre die Partie verlaufen, hätten die Belper den ersten Treffer erzielt? Wie auch
immer, das Team hat eine ausgezeichnete Partie geleistet. Die taktische Marschrichtung
wurde über die ganzen 45 Minuten eingehalten. Den gegnerischen Flügeln wurden schon im
Aufbau kein Raum gewährt. Keiner liess sich auf die Position eines «Libero» zurückfallen.
Jeder verliess sich darauf, dass seine Mitspieler ihre Aufgabe erfüllten und konzentrierte sich
auf seine eigenen Aufgaben. Das ist gut so, denn eine Teamtaktik kann nur dann ihre volle
Wirkung erzielen, wenn alle Spielerinnen und Spieler ihre Rolle erfüllen. Bei einem offensiv
ausgerichteten System ist dies besonders wichtig, da ein solches System anfällig auf
schnelle Gegenstösse ist.
Die Spielerinnen und Spieler hatten alles gegeben, sie waren – abgesehen von der
Torproduktion – nach Spielschluss zurecht stolz auf ihre Leistung. Und sie waren auch
ziemlich erschöpft. Die grosse Frage war, wie schnell würden sie sich erholen können. Denn
am Samstagmorgen um 08:30 stand bereits die Abfahrt nach Grenchen auf dem Programm.
In Grenchen fehlten wie eingangs festgehalten alle U15 Spieler mit der Ausname von Levi
Steck. Auch Moritz Schär und Ruben Rüegsegger waren nicht mit von der Partie. Den
Skorpionen standen neun Feldspielerinnen und Feldspieler sowie zwei Torhüter zur
Verfügung. Davon gingen sie zumindest aus. Beim Einspielen meldete sich eine muskuläre
Verletzung von Luan Freiburghaus zurück, die er sich im Dienstagstraining zugezogen hatte.
Im Spiel vom Vorabend hatte er sie kaum gespürt. Aber die anstrengende Partie hatte ihre
Spuren hinterlassen. Auf dem Grenchner Asphalt ist es für einen Torhüter kaum möglich zu
gleiten. Während des Warmschiessens verstärkten sich die Schmerzen und Freibughaus
musste forfait geben. Für ihn stand ab Beginn Leandro Krebs im Tor.
Die Gäste bekundeten von Anfang an Mühe mit der in die Jahre gekommenen
Oberflächenversiegelung. Ihre Abschlussversuche landeten meist neben dem Tor von Cyrill
Affolter. Auch die Grenchnerinnen und Grenchner hatten in den Startminuten ihre liebe Mühe
mit dem Spielfeld. Allen Skorpionen, den einen mehr, den anderen weniger, war
anzumerken, dass sie sich von der Partie vom Vorabend noch nicht gänzlich erholt hatten.
Die taktische Marschrichtung wurde nicht wirklich umgesetzt, die Belperinnen und Belper
spielten ähnlich wie gegen die Rieder. Das wäre an sich nicht schlimm gewesen, da die Wale
ihre Schwierigkeiten damit hatten. Nur fehlte bei den Gästen die nötige Kraft und damit die
nötige Konsequenz. Dann kamen jene schicksalshaften 60 Sekunden, die das Spiel
vorentschieden. Nach 8:23 traf Janis Gaschen zum 1:0 für das Heimteam. Nach 8:51
erhöhte Sven Lanz auf 2:0 und nach 9:23 erneut Gaschen auf 3:0. Die Gäste drohten nun
vollkommen aus dem Gleichgewicht zu geraten. Doch es gelang ihnen in den folgenden
Minuten, die Partie wieder einigermassen zu stabilisieren. Allerdings mussten sie in der 13.
Spielminute noch das 4:0 durch Elias Kunz hinnehmen.
Zu Beginn des Mittelabschnitts suchten die Gürbetaler den ersten Treffer. Sie erarbeiteten
sich zwar Chancen, doch der Ball flog meist weit am Tor vorbei. Gleichzeitig machte sich
auch das Spiel vom Vortag immer stärker bemerkbar. Die Beine einiger Skorpione wurden
müde, die Aktionen unpräziser. Auch die Platzherren vermasselten zahlreiche Chancen,
waren aber schliesslich doch erfolgreich. In der 22. Minute bezwang Aron Mäusli Leandro
Krebs, der Luan Freiburghaus gut vertrat, zum 5:0. In der 28. Spielminute traf Gaschen dann
zum 6:0. Zu Drittelsende dann doch noch ein Lichtblick für die Gürbetaler. Joey Kreienbühl
erzielte im Powerplay auf Zuspiele von Lino Weiss und Levi Steck das 6:1. Mit diesem
Resultat ging es in die zweite Drittelspause. Realistisch betrachtet, war die Partie für die
Skorpione gelaufen. Die Kraft, die es gebraucht hätte, um das Spiel noch zu drehen, war
nicht mehr vorhanden. Aber hey, es ist Streethockey und Wunder geschehen zwar nicht
täglich, aber doch ab und an.
Das Mirakel von Grenchen fand nicht statt. Den Gästen bot sich zu Beginn des
Schlussabschnitts gleich zweimal die Gelegenheit in Überzahl heranzukommen. Doch die
beiden dringend nötige Treffer fielen nicht. In der 35. Spielminute konnten die Platzherren
dann in Überzahl agieren. Sie machten es besser. Nach 35:21 traf Gaschen zum 7:1. Aber
gänzlich geschlagen gaben sich die Gürbetaler noch nicht. In der 37. Spielminute reduzierte
Micha Steck mittels Bubentrickli auf 7:2 und in der 39. Spielminute traf Levi Steck aus dem
berühmten «Nullgradwinkel» zum 7:3. Aber dieses letzte Strohfeuer erlosch, als Livio Grünig
elf Sekunden später zum 8:3 einschoss. 39:53 fiel der neunte Treffer für die Solothurner. Den
zehnten Treffer und somit eine zweistellige Niederlage wussten die Skorpione, trotz einer
weiteren kleinen Strafe, zu vermeiden. Krebs und seine Vorderleute liessen kein weiteres Tor
mehr zu.
Die drei schnellen Tore im Startabschnitt haben die Begegnung entschieden. Ab dann
rannten die Bernerinnen und Berner immer einem Rückstand nach, etwas, was schon unter
normalen Umständen eine Herausforderung ist. Mit einem temporeichen Spiel vom
Vorabend in den Beinen ist es noch wesentlich schwieriger. Trotzdem, die Skorpione haben
bis zum Schluss gekämpft, niemand gab auf, alle haben bis zum Ende durchgehalten.
Auch wenn an diesem Doppelwochenende keine Punkte resultierten, so haben die
Belperinnen und Belper doch gezeigt, was in ihnen steckt. Sie haben seit Saisonbeginn
enorme Fortschritte gemacht. Nun gilt es in den kommenden Wochen konzentriert
weiterzuarbeiten und individualtaktisch einen Schritt vorwärtszugehen. Am 14. November wartet ein weiterer Test auf die Skorpione, das Auswärtsspiel in Zug gegen die Oberwil Rebells.
Christoph Curchod, 04.11.2026